Wir haben drei Hunde - Gibsy, Goofy und Pünktchen sowie vier Nymphensittiche
Gibsy ist eine gut zehn Jahre alte Dackelmix-Dame von Claudia, mit ganz viel Jack Russel, ein bisschen hier von und ein bisschen da von. Sie ist der süßeste und wohl großartigste Hund der Welt, aber gleichzeitig so unproportional, dass es schlimmer nicht geht. Obwohl sie die Älteste ist, ist sie immer noch am durchgedrehtesten; auch wenn sie die letzte Zeit sehr abbaut und manchmal schon richtig traurig erscheint. Sie ist nämlich jetzt vollkommen blind und wird auch noch taub, was natürlich die Hölle für so einen aktiven Hund ist. Aber wir hoffen mal, dass sie sich wieder fangen wird. Geweckt werden möchte sie nicht vor Zehn Uhr und raus gehen erst recht nicht. Den Fehler habe ich ein mal gemacht (um sechs) - sie hat mich den ganzen Tag nicht mit dem Hintern angeguckt. Und sie ist ein Gourmeggle. Die Bratenreste mit Soße, Gemüse und Kartoffeln werden nicht heruntergeschlungen. Das gehört sich nicht. Es wird erst etwas an der Kartoffel geknabbert, dann ein bisschen Soße geschleckt, dann ein bisschen Möhre mit Fleisch... Wenn sie könnte, würde sie sogar mit Messer und Gabel essen. Und vom Boden nimmt sie erst recht nichts, denn vom Boden isst man nicht.
Gibsy ist unsere Gouvernante, sie sorgt hier für Zucht und Ordnung. So hat sie nicht nur die Erziehung von Goofy übernommen und mir gezeigt, wie ich es tun und mich verhalten muss, sie hält auch alle von mir weg, wenn es mir schlecht geht (oder natürlich auch den anderen) und zeigt jedem wo es lang geht, was die anderen Hunde dürfen und was nicht. Stellt man ihr einen vollen Teller mit Grillfleisch vor die Nase frisst sie es nicht - nein. Dann ist es ihr Job aufzupassen, dass da keiner ran geht und jeder wird weggeknurrt. Und wer dann nicht hören will, bekommt auch mal Backenfutter.
Gibsy ist für alle da, die sie brauchen. Hat Sarah Halsschmerzen, legt sie tage lang den Kopf über ihren Hals, hat Claudia Rückenschmerzen schmiegt sie sich an den Rücken, und als ich über mehrere Wochen hinweg gezuckt habe, hatte sie sich über die Beine gelegt. Die muss hunderte blaue Flecken gehabt haben. Über mehrere Wochen hinweg zog sie sich ein Tritt nach dem Anderen zu.
Ich bin Gibsy sehr dankbar, denn sie hat mir viel über die Hundeerziehung beigebracht, war schon fast mein Lehrer. Wenn ich mal nicht weiter wusste, habe ich einfach geschaut, was Gibsy macht und das war einfach immer richtig.
Hobbies: Immer mehr schlaaafen, Freunde sauber machen, alles perfektionieren (workoholic), fressen bis sie platzt, Ratten knacken, Dummfug machen, trainieren, rumtollen (aber das ist jetzt wohl leider schwierig).
Topstory: Claudia ging mir ihr spazieren. Da Claudia aber die letzte Zeit keine Leckerchen dabei hatte (sonst gab es immer eins) nahm sie sich selbst welche mit. Sie stopfte sich also die Backen voll Futter und dann kam der große Auftritt: Als Claudia sagte „Feine Gibsy“ und nichts kam, leerte Gibsy das Maul, fraß ein Leckerchen und stopfte den Rest wieder in die Backen zurück. Das ist unsere Gibsy.
Goofy ist ein spanischer Podenco. Wie ich ja schon schrieb, sind Podencos eine Rasse für sich. Er wurde in Spanien auf der Straße mit gebrochenem Kiefer, zig Kugeln im Körper und einem gebrochenem Rückrat aufgelesen; völlig ausgemergelt und ungepflegt. Als unsere Freundin mit Goofy bei uns war, war nicht nur uns, sondern viel mehr Gibsy sofort klar, dass der in unsere Familie gehört. Wir schliefen im Garten und Abends, als Goofy weg war, saß sie trotz Gewitter, Sturm und Regen (keine Mischung hasst sie mehr) immer noch vor der Pforte und „sah ihm nach“. Gibsy sah in ihm die perfekte Ablösung, um nicht mehr auf mich aufpassen zu müssen.
Anfangs war Goofy der Schisser in Person. Er hatte vor einfach allem Angst. Aber war es ihm zu verdenken? Er war der typische, spanische Jagdhund, der nicht zur Jagd taugte und den man einfach verwahrlosen ließ und dann den Gnadenschuss gab. Mittlerweile geht es einigermaßen, auch wenn man ihn immer noch mit Samthandschuhen anfassen muss. Er ist eigentlich mehr ein Kuscheltier - ein Kamfschmuser; ein sehr tollpatschiger Kampfschmuser. Den ganzen Tag bei mir liegen und gekrault werden, das ist seine Welt. Er ist nicht einfach, da er oft noch Phantomschmerzen hat (durch den gebrochenen Kiefer), häufig erbricht und Durchfall und schnell Angst hat (besonders vor glatten Böden und allem was er nicht kennt) - aber er ist eine Seele von Mensch. Und so viel Schiss er auch immer hat, gehe ich davon aus, dass er uns bis aufs Blut verteidigen würde, wenn uns jemand etwas will.
Goofy ist mehr oder weniger voll auf mich fixiert. Wenn ich im Krankenhaus bin kann er gar nichts bis kaum fressen und sucht Schutz, wenn er Angst hat. Zum Glück aber geht er langsam auch auf Claudia ein. Er ist für alle da, weiß aber, zu wem er gehört (typisch Podenco). Ich hoffe ja, dass er noch etwas mehr auf Claudia zu geht, sonst übersteht er das nicht, wenn ich nicht mehr bin.
Goofy liebt es faxen zu machen, durchzustarten wie ein Rennsemmel (aber nicht länger als drei Minuten, dann ist er platt), Kauknochenverstecke von Gibsy zu plündern, auf mich aufzupassen und sich den ganzen Tag knuddeln zu lassen. Und er hasst es, wenn ich aufstehe und länger als eine halbe Stunde weg bin. Dann klebt er an mir wie eine Klette.
... ist ein reinrassiger Chihuahua, wenn auch mit allerhand typischen Gebrechen und Verzüchtungen. Sarah hat Pünktchen von einer alten Dame „geerbt“, zu der sie und meine Frau viel Kontakt hatten. Pünktchen ist … … … süß … … … und unser Bodyguard. Die ganze Meute hier ist ruhig wenn es draußen knallt, einer klingelt, rein kommt, ein Geräusch da ist - Pünktchen schlägt sofort an und klingt dann wie eine ausgewachsene, aber zu klein geratene Dogge. Genau so schnarcht sie übrigens auch. Sie ist der perfekte Hund für alte Leute, wurde auch immer viel mit in Alten- und Pflegeheime genommen. Selbst demente Leute, die sich schon an gar nichts mehr erinnern konnten, wussten, wann sie kommt und wer sie war. Ansonsten ist Pünktchen einfach Pünktchen. Sie kann sehr gut hören, wenn sie will, sie kann es aber auch ebenso wenig lassen. Auch Pünktchen hat, wie der Rest der Familie so ihre gebrechen, ist aber unheimlich zäh. Pünktchen mag man, oder man mag sie nicht. Ein dazwischen gibt es nicht.
Ganz anders wird sie, wenn sie läufig ist. Dann lebt sie auf, knallt den ganzen Tag durch die Gegend (und ihren Bimbo, ein Kuscheltier) und tut, als wäre sie ein Jahr alt. Dann ist an Schlaf für sie gar nicht zu denken, dann ist nur reudig sein angesagt, und Goofy und Erwin (zu dem komme ich gleich noch) müssen darunter leiden. Und wir. Denn in dieser Zeit kann sie einem dem letzten Nerv rauben. Dann quieckt und quackt sie und denkt nur ans poppen. Und wenn wir sie dann mal vom Bett setzen (damit die anderen Hunde sich mal erholen können), dann quickt sie stundenlang, bis Sarah sie mit hoch nimmt. Wie gesagt: Sie hat dann nichts anderes im Sinn.
... , das sind unsere Pflegehunde, genauer gesagt Möpse, die wir noch zwei mal die Woche haben. Die Möpse können - pupsen, fressen und schmatzen. Und einfach Möpse sein. Erwin ist ein schon gesetzter, älterer Herr, der mich abgöttisch liebt (schon allein, weil er mal schneller dahin trottete als ich, als ich noch kleine Wege schaffte). Wir sind Rentner im Geiste, und als ich in der Klinik war, weiß ich nicht, wer trauriger war: Mein Hund oder Erwin. Erwin hat bereits seine Alterssturheit erreicht, kann aber auch gut hören - wenn er will. Barwin ist das genaue Gegenteil, noch recht jung und sehr lebhaft. Wenn er dann aber schlafen kann, ist das auch ok. Barwin hält mit Pünktchen immer Schnarchwettbewerbe ab.Hören kann auch er ... manchmal.
Wir haben aber nicht nur Hunde, sondern auch noch vier Nymphensittiche: Susi, Strolch, Kaaarl und Gisela. Gisela ist eigentlich ein Männchen, aber der schnattert so viel und den ganzen Tag, dass Gisela Schlüter einfach zutreffender ist.
Strolch ist unser Ältester. Wir hatten letzten Sommer im Garten schon einmal mehrere Nymphies, doch da kam so ein Witzbold auf die Idee, den Käfig aufzumachen und weg waren sie - bis auf Strolch. Der saß in der Nähe vom Käfig im Gestrüpp und Stefan konnte ihn noch einfangen. Die erste Zeit ging es auch gut ihn allein zu halten, als wir ihn dann gleich nach Hause holten, aber irgendwann konnte ich mich so viel ich wollte mit ihm beschäftigen - er schrie und schrie. Da war klar, dass er wieder Gesellschaft braucht. So kamen wir zu Gisela und Kaaarl. Als meine Frau dann eines Tages Susi in einem Zoogeschäft entdeckte war sofort klar: Die müssen wir haben - auch ich. Meine Frau schwärmte so lange von dem hübschen Vogel, bis nämlich auch ich schon sagte „wie süß“, obwohl ich sie noch gar nicht gesehen hatte. Aber sie hatte nicht zu viel versprochen.
Gisela ist wie gesagt unsere Schnatter-Queen. Der bringt Variationen hervor, da träumt man nur von; und das Stunden lang; und er steht unheimlich auf Claudia. Susi ist unser einziges Weibchen, die Intelligenteste von allen und alle stehen auf sie und sie steht auf mich. Strolch ist der Mann von Susi und denkt den ganzen Tag nur an das Eine. Außerdem ist er der schnellste Kletterer. Tja, und Kaaarl ist unser Knotenkünstler und Acapulcospringer.
Als meine Frau mir, als ich letztes Jahr in Kassel war, erzählte, dass ich Papa geworden bin, war ich erst skeptisch. Noch mehr Tiere, noch weniger Platz, noch mehr Geld ... Aber mittlerweile bin ich ihr sehr dankbar, dass wir sie haben. Selbst, wenn ich mal gar keine Lust auf gar nichts habe und nicht mal fern sehen mag, guck ich einfach den Vögeln zu. Das ist oftmals noch spannender als fern sehen. Vor allem, weil diese kleinen Tiere super intelligent sind. Und wie die meisten Tiere haben sie nicht mal Angst vor mir. Selbst als ich die ersten Male wackelnd vorm Käfig stand und ich dachte, dass nun Flucht angesagt ist, kamen sie ganz neugierig an. Selbst das füttern aus der Hand gingt recht schnell bei mir, wenn ich den Arm etwas einkeile und die Finger um einen Ast wickel. Aber auch wenn dann der ganze Käfig wackelt, ist das für die ok.